Malspiel

Der Malort

Der Malort ist wie ein Traumland. Bunte Wände zeugen von den vielen Abenteuern die hier erlebt wurden. Er ist ein geschützter Raum von ca. 25 m2 in dessen Mitte ein Palettentisch mit 18 Farben und 54 Pinseln steht. Hier treffen 10 bis 12 Malspielende beim Eintauchen der Pinsel aufeinander, um dann wieder zu ihrem Blatt zurückzukehren. Im Malort findet kein Unterricht bzw. keine Therapie statt. Das hier Geschehene wird nie besprochen oder interpretiert. Die Bilder gehören einzig und allein dem Kind. Im Malort geht es nie um ein Ergebnis, sondern um die Erfahrung so richtig zu sein, wie man ist.

Die dienende Rolle

Die dienende Einstellung unterscheidet sich grundsätzlich von einer belehrenden Beziehung zum Kind. Der Dienende vermittelt kein Wissen, sondern sein Wissen bestimmt seine Haltung. Dienen heißt, sich in jedem Moment in die Lage aller Spielenden zu versetzen. Der Dienende sorgt dafür, dass sie durch nichts vom Wesentlichen abgelenkt werden. Er versetzt Reißnägel, füllt Wasser und Farbe nach und unterstützt die Teilnehmenden stets bei großen und kleinen Problemen der Technik.

 

Lasst den Künstlern ihre Kunst

und den Kindern ihre Gunst.

Doch das schönste Spiel vernichtet,

wer mit Kunst sie unterrichtet.

 

Arno Stern

Spielen ist das zweckfreie Erkunden

von allem was geht.

 

Prof. Dr. Gerald Hüther

Das Malspiel

Ein Kind ergreift einen Stift und man sagt es zeichnet. Das Kind allerdings drückt sich aus. Es entfließt ihm seine Spur. Das Kind spielt mit dem Pinsel und der Farbe auf dem Papier ebenso wie mit den Bild-Dingen, die es inszeniert. Was sich im Raum des Blattes entwickelt, entsteht in Wirklichkeit im Inneren des Kindes. Im Malspiel erhält niemand einen Auftrag etwas zu tun.Es entstehen keine Werke, die bewertet werden. Das Malspiel dient dem reinen Selbstzweck des Spielens.

Das Kind

Jedes Kind beginnt spielerisch zu lernen. Es erkundet bereits im Mutterleib mit seiner Kreativität was geht. So kommt jedes Kind als freudiger Entdecker auf die Welt. In späteren Jahren lernt es allerdings zunehmend Vorhandenes zu kopieren und nachzumachen. Es entwickelt durch Bewertungen ein Konkurrenzdenken. Das Malspiel ist frei von Bewertungen. Das Kind hat die Autonomie, das zu tun und zu entdecken, was es zu entdecken gibt. Es erlebt dabei die Verbundenheit zu der Malgruppe und fühlt sich sicher und geborgen. So kann das Urvertrauen gestärkt und die in jedem vorhandene Kreativität neu entdeckt werden.

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